Meine Laufbahn Drucken E-Mail
 
Mit 31 Jahren habe ich meinen ersten Tai Chi Kurs in der Volkshochschule besucht. Dieser Kurs ging 3 Jahre und ich habe dort die "Lange Form" im Peking-Stil erlernt. Nach einigen weiteren VHS-Kursen bin ich dann mit 44 Jahren für weitere 2 Jahre in die Tai Chi Chuan Schule in Ingolstadt eingetreten. Dort wurde ich in der langen Form des Yang-Stils unterrichtet. Seit dieser Zeit praktiziere ich Tai Chi im Selbst-Studium.
Heute weiß ich, dass ich sehr großes Glück mit meinem ersten Lehrmeister gehabt habe, denn bei aller geistigen Tiefe des Tai Chi, hat er die Basis nie aus den Augen verloren. Er hat seinen Schülern immer wieder erklärt, welchen Sinn die einzelnen Bewegungen bei der Selbstverteidigung haben.

Bei meinen späteren Kursen habe ich dann jedoch den Aspekt kennengelernt, den ich grundsätzlich für mein weiteres Training abgelehnt habe. Spätere Lehrer haben mit ihrem Hang zur Meditation, Tai Chi regelrecht verstümmelt. Plötzlich sollte ich "goldene Lichter vom Himmel und Silberne aus der Erde" sehen. Ja sogar von "lila Lichtern" war die Rede. Von manchen Lehrern wird das Tai Chi so sehr vergeistigt, dass auch der Aspekt der Selbstverteidigung vollkommen verloren geht.
Später tauchten dann Begriffe, wie Herznest oder Sonnengeflecht auf. Ich praktiziere Tai Chi mittlerweile gute 20 Jahre lang und meines Wissens sind das Begriffe aus der Esotherik und haben absolut nichts mit Tai Chi zu tun. Möchte man allerdings mehr geistige Tiefe erreichen, gibt es zur Bewegungsform Tai Chi, noch die meditative Form Chi Gong.

Mir selbst hat von Anfang an auch der Gedanke gefallen, die Gegensätze Yin und Yang zu vereinen, denn die Gegensätze gehören untrennbar zusammen, wie Licht und Schatten. Tai Chi bedeutet die ruhige Mitte finden, die Mitte, wo sich Licht und Schatten treffen. Der Chinese vergleicht das mit einem Berg. Am Fuß des Berges sind die Schatten gewaltig, doch zum Gipfel hin werden sie kleiner, bis sich Licht und Schatten auf der Spitze vereinen.

        Und weil ich auch den Rythmus der fließenden Bewegungen spüre, ist für mich Tai Chi
 
--------------------- der Tanz auf der Spitze des Berges ----------------------